{"id":73652,"date":"2026-07-31T13:30:00","date_gmt":"2026-07-31T11:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/dasgoetheanum.com\/?p=73652"},"modified":"2026-07-31T14:17:04","modified_gmt":"2026-07-31T12:17:04","slug":"astronomy-of-an-eclipse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dasgoetheanum.com\/en\/astronomy-of-an-eclipse\/","title":{"rendered":"Astronomy of an Eclipse"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Aus dem Spiel der Rhythmen von Erde, Mond und Sonne ereignen sich die Sonnenfinsternisse. Weil all diese Rhythmen nicht genau ineinander aufgehen, ist die Folge der Finsternisse ein \u00fcberraschendes Geschehen.<\/strong><\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n<p>Die Mondbahn ist gegen\u00fcber der Ekliptik um f\u00fcnf Grad geneigt. Deshalb wandert der Mondschatten bei Neumond entweder ober- oder unterhalb der Erde vorbei. An zwei Punkten, den Knoten, schneidet der Mond die Ebene von Erde und Sonne. Wie ein Fisch, der aus dem Wasser springt, hebt sich der Mond am aufsteigenden Knoten \u00fcber die Ekliptik und springt am gegen\u00fcberliegenden absteigenden Knoten wieder unter die Ekliptik-Ebene. Nur wenn der Mond sich gerade an diesen Orten befindet, trifft sein Schatten die Erde. Es m\u00fcssen also Neumondstellung und Knotenstellung des Mondes zusammenfallen, damit es zu einer Sonnenfinsternis kommt. Weil die Erde gr\u00f6\u00dfer ist als der Kernschatten des Mondes, muss der Erdtrabant nicht exakt am Knoten stehen, sondern kann bis zu zw\u00f6lf Grad vor oder nach dem Knoten stehen. Diese zw\u00f6lf Grad sind die Spanne der t\u00e4glichen Bewegung des Mondes. Das bedeutet, dass Knotendurchgang und Neumondstellung maximal einen Tag auseinanderliegen d\u00fcrfen, damit es zu einer totalen Sonnenfinsternis kommt. Bei der aktuellen Finsternis ist der Neumond am 12. August um 19.37 Uhr, und der Mond erreicht seinen absteigenden Knoten am 13. August um 11.56 Uhr, also 16 Stunden sp\u00e4ter. Der Erdtrabant befindet sich somit zum Neumondzeitpunkt noch oberhalb der Ekliptik. Deshalb trifft der Kernschatten des Mondes die Erde in n\u00f6rdlichen Breiten. In 18 Jahren, elf Tagen und acht Stunden treten wieder \u00e4hnliche Verh\u00e4ltnisse ein. Dann klingen der Rhythmus von Neumond und der Rhythmus, dass der Mond in seinem Knoten steht (drakonitischer Monat), wieder zusammen. Wie bei allen solchen kosmischen Zusammenkl\u00e4ngen gehen beide Rhythmen nicht exakt ineinander auf. Es bleibt eine kleine L\u00fccke, musikalisch: eine Schwebung. 223 Neumondstellungen dauern 6585,32 Tage, und 242 Knotendurchg\u00e4nge des Mondes dauern 6585,36 Tage. Der Unterschied betr\u00e4gt 0,04 Tage, also eine Stunde. Das bedeutet, dass jedes Mal, wenn Neumond und Knotendurchgang zusammenklingen, der Knoten eine Stunde sp\u00e4ter erreicht wird. Folglich steht der Mond bei der Neumondstellung mit jeder folgenden Finsternis etwas h\u00f6her, und der Finsternisstreifen wandert entsprechend auf der Erde weiter nach Norden, bis er die Erde schlie\u00dflich nur noch als partielle Finsternis streift. Der Astronom Edmond Halley untersuchte im 17. Jahrhundert die Finsterniszyklen und f\u00fchrte dabei den Namen Saroszyklen ein. Hier orientierte er sich an babylonischen Bezeichnungen, denn schon in der Antike war dieser Rhythmus bekannt. Von solchen Saroszyklen, solchen Finsternisserien, gibt es nun 42 verschiedene, die miteinander zu den etwa 63 totalen Sonnenfinsternissen pro Jahrhundert f\u00fchren.<\/p>\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1500\" height=\"800\" data-id=\"73439\" src=\"https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_14.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-73439\" srcset=\"https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_14.jpg 1500w, https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_14-300x160.jpg 300w, https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_14-770x411.jpg 770w\" sizes=\"(max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" data-id=\"73441\" src=\"https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_15-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-73441\" srcset=\"https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_15-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_15-300x300.jpg 300w, https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_15-200x200.jpg 200w, https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_15-770x770.jpg 770w, https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_15-150x150.jpg 150w, https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_15-70x70.jpg 70w, https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_15-293x293.jpg 293w, https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_15-390x390.jpg 390w, https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_15-585x585.jpg 585w, https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_15-900x900.jpg 900w, https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_15.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" width=\"1318\" height=\"1024\" data-id=\"73443\" src=\"https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_16-1318x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-73443\" srcset=\"https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_16-1318x1024.jpg 1318w, https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_16-300x233.jpg 300w, https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_16-770x598.jpg 770w, https:\/\/dasgoetheanum.com\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/G2026_29-30_Web_16.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 1318px) 100vw, 1318px\" \/><\/figure>\n<\/figure>\n\n<p class=\"has-small-font-size\"><em><strong>Links: <\/strong>Bei einer Sonnenfinsternis unterscheidet man Kern- und Halbschatten des Mondes. Befindet man sich dort, wo der Kernschatten des Mondes die Erde erreicht, so sieht man die ganze Sonnenscheibe vom Mond bedeckt. Befindet man sich dort, wo der Halbschatten die Erde erreicht, sieht man noch eine Sichel der Sonne. Interessant: Selbst wenn man nur noch ein Prozent des Sonnenlichtes sieht, ist es ziemlich hell. Es reicht eine verschwindende Menge des Sonnenlichtes, um auf der Erde den Eindruck von \u2039Tag\u203a zu erzielen.<br\/><strong>Mitte: <\/strong>Wenn man sich innerhalb des Finsternispfades befindet, wird es f\u00fcr zwei Minuten so dunkel, dass man am Tag die Planeten und helle Sterne sehen kann. Diese Karte zeigt, was zu sehen ist: Rechts unterhalb der verdunkelten Sonne leuchten Merkur und Jupiter, links oberhalb die Venus. \u00dcber dem gesamten Horizont sieht man einen r\u00f6tlichen Ton, \u00e4hnlich wie bei einem Sonnenuntergang. Das Nachtblau des Himmels ist dabei eine \u00e4hnlich r\u00e4tselhafte Farbe wie die senffarbene Stimmung in der Landschaft. \u00dcber all dem thront die Korona der Sonne. Sie besteht aus unendlich feinen Schleiern, die an das erinnern, was sonst unsichtbar ist: die periphere Sonne, die mit ihrem Sonnenwind das ganze Sonnensystem als ihr Inneres hat.<br\/><strong>Rechts: <\/strong>Die Abbildung zeigt den Bedeckungsgrad der Sonne je nach Beobachtungsort. Weiter \u00f6stlich endet der Schatten, weil die Sonne hier schon untergegangen ist. So ist Barcelona gerade jenseits der totalen Finsternis. Aus Schweizer Perspektive sind etwa 90 Prozent bedeckt und in Deutschland zwischen 82 und 90 Prozent. Je weiter \u00f6stlich man sich befindet, desto tiefer steht die Sonne am Horizont.<\/em><\/p>\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nachtfahrt der Sonne<\/h3>\n\n<p>Im Jahr 2027 wird sich am 2. August erneut eine totale Sonnenfinsternis in Spanien und in \u00c4gypten ereignen. Diese Finsternis wird mit einer Dauer von \u00fcber sechs Minuten die l\u00e4ngste im 21. Jahrhundert sein. Ein R\u00e4tsel: Das Maximum dieser Sonnenfinsternis liegt direkt bei Luxor in \u00c4gypten. Dort befindet sich in den Gr\u00e4berstollen im Tal der K\u00f6nige das umfassende Zeugnis der \u00e4gyptischen Sonnentheologie. Der \u00c4gyptologe Erich Hornung hat mit seinem Buch \u2039Nachtfahrt der Sonne\u203a diese unendlich komplexe Schicksalsbeschreibung der Sonne in der Nacht aufgeschl\u00fcsselt. Zur geistigen Nachtfahrt der Sonne in der \u00e4gyptischen Sonnenlehre f\u00fcgt sich so 2027 die astronomische Nachtfahrt der Sonne bei dieser herausragenden Sonnenfinsternis am 2. August. Diese Finsternis geh\u00f6rt zum Saroszyklus Nr. 136, der nach weiteren dreimal 18 Jahren, elf Tagen und acht Stunden dann \u00fcbrigens 2081 am 3. September die Schweiz und S\u00fcddeutschland \u00fcberstreichen wird. F\u00fcr die Schweiz ist es lange her: Zuletzt strich der Mondschatten 1724 \u00fcber das Alpenland.<\/p>\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n<p><strong>Abbildungen\u00a0<\/strong>Wolfgang Held, Sternkalender Ostern 2026 bis Ostern 2027\u00a0\u2013\u00a0Die totale Sonnenfinsternis im Jahr des L\u00f6wen. Dornach 2025.<\/p>\n\n<p><strong>Titelbild <\/strong>Das Bild zeigt unz\u00e4hlige Sonnensicheln. Das Blattwerk eines Baumes liefert dabei Tausende von Linsen, durch die das Sonnenlicht gebrochen wird. Die Stra\u00dfe wird zur Leinwand dieser Sicheln. Foto: Wikipedia<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus dem Spiel der Rhythmen von Erde, Mond und Sonne ereignen sich die Sonnenfinsternisse. Weil all diese Rhythmen nicht genau ineinander aufgehen, ist die Folge der Finsternisse ein \u00fcberraschendes Geschehen. Die Mondbahn ist gegen\u00fcber der Ekliptik um f\u00fcnf Grad geneigt. 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